Street-Art und Kommerz

Was vor wenigen Jahren das virale Marketing für die Werbeagenturen waren, scheint heute das Street-Art-Marketing zu sein.

Seit einiger Zeit kann man in Frankfurt solche Aktionen von verschiedenen Herstellern immer wieder ‚bewundern‘. Entweder werden Symbole über die ganze Stadt verteilt – und die Neugier treibt einen in das Internet – oder man wird mit Hilfe eines gesprayten oder aufgeklebten QR-Code und einem Smartphone gleich an das gewünschte Ziel gebracht.

Die erste große Aktion ist mir während der diesjährigen IAA aufgefallen: tausende von Ausrufezeichen „!“ waren am Mainufer, auf den Brücken und an verschiedenen Hotspots in der Stadt verteilt. Hinter dieser Aktion versteckte sich ein deutscher Autohersteller aus der Nähe von Hannover.

Die zweite größere Aktion, welche auch einige Wellen in der lokalen Presse schlug, waren die gesprayten QR-Codes in der ganzen Stadt. Nicht nur daß die  QR-Codes so schlecht gesprayt waren, dass mein iPhone damit nichts anfangen konnte, sie wurden auch noch zeitweise (vielleicht absichtlich, mehr dazu auch bei stadtkindffm) falsch aufgetragen. Dazu war die ganze Aktion, für eine Austellung in einem der bedeutestens Museen, nicht mit der Stadt abgesprochen.

Die dritte Aktion ist mir diese Woche an der Untermainbrücke und am Holbeinsteg aufgefallen. Bei dieser Aktion wurde geklebt und nicht gesprayt. Und sogar einige (mehr oder weniger) Hinweise platziert, wohl für den Fall, dass der QR-Code auf den Smartphones versagt. Diemal scheint ein Spielentwickler seine Hände im Spiel zu haben (was für ein Wortspiel).

Ich bin gespaltener Meinung, ob ich diese Aktionen zukünftig auf street-art-frankfurt.com zeigen werde. Zum Teil finde ich die Aktionen nicht schlecht und sie regen auch an aktiv teilzunehmen, sei es über die Suche im Internet oder mit Hilfe eines Smartphone. Doch der kommerzielle Gedanke dahinter finde ich nicht OK und das ist wohl auch der KO-Grund keine weiteren Aktionen von großen Firmen hier zu zeigen…